Rückblick Badiplausch 2024

Statt Campingplatz eine Badeanstalt - Der Leutschering warf in der Badi Freienbach einen Blick zurück.

Der Ortsverein Leutschering hat in seinen Statuten als wichtiges Ziel die «Förderung des Gemeinschaftssinns» festgelegt. Diesem Auftrag folgend, hat der Vorstand am 26. Juni 2024 zu einem gemütlichen Treffen in die Badi Freienbach geladen. Die Devise lautete: «Zämehöckle, gschpröchle» sowie Historisches über die schöne Badi Freienbach in Erfahrung bringen.

Fredy Kümin, Leutschering-Präsident seit April 2024, begrüsste die Anwesenden und nahm sie mit auf eine Zeitreise zurück in die 1950er-Jahre. Damals formierte sich auf Initiative von Alois Suter sel., Sekundarlehrer, Dorfhistoriker und Idealist, der Badverein Freienbach mit dem Ziel, auf dem Seegrundstück der Familie Walter Stocker-Feusi eine Badeanstalt zu betreiben. So konnte dem damals geplanten Campingplatz eine nachhaltigere Alternative gegenübergestellt werden. Der Badverein wurde aktiv, übernahm die einfache Infrastruktur, baute zwei Holzflosse für die Schwimmtüchtigen und führte einen kleinen Kiosk.

Die 1950er- und 1960er-Jahre waren auch die Zeit der Wiesenfeste, wie sie von lokalen Vereinen auf die Beine gestellt wurden. Alte Freienbacher erinnern sich gerne an die legendären Strandfeste der Harmonie Freienbach. Allerdings mussten die schönen Momente immer wieder verdient werden, denn die damaligen Juni-Monate waren häufig kalt und verregnet. Die Schafskälte machte den Musikanten immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Doch bei gutem Wetter waren den Strandfesten schöne Erfolge beschert. Leider führte der Übermut jugendlicher Festbesucher auch zu Konflikten mit dem Badibetrieb: Strandpartys in Ehren, aber Bierflaschen und -gläser gehörten auch damals nicht in den See.

Als die Gemeinde in den 1970er-Jahren das Areal von der Familie Stocker pachten konnte, war es Schluss mit den Festivitäten. Die Badi erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Das von den Leutschering-Akteuren immer wieder erwähnte Bedürfnis nach Seezugang stiess bei der Familie Stocker auf offene Ohren. So erklärte 1991 die Erbengemeinschaft Stocker ihre Bereitschaft, einen grossen Teil ihres Grundstücks der Gemeinde Freienbach zu verkaufen.

Am 6. Juni 1993 wurde dem Kauf von rund 4000 m2 Seeland für 5 Mio. Fr. mit deutlichem Mehr zugestimmt. Fredy Kümin erwähnte und verdankte die geschickte Verhandlungsführung der damaligen Gemeindevertreter, Vize präsident Ruedi Späni und Gemeindeschreiber Josef Steiner. Der Familie Stocker gilt ein grosser Dank, dass sie der Gemeinde und nicht privaten Interessenten den Vorzug gegeben hat.

Abschliessend kam der Präsident auf weitere positive Aspekte zu sprechen. Der sturmbedingte Verlust der grossen Linde im Juni 2022 konnte zeitnah mit fünf jungen Linden kompensiert werden. Ein Dank ging an das Werkhofteam für das unverzügliche Handeln. Auf die bevorstehende Umgestaltung des Spielbereichs und auf weitere Aufwertungen der Gemeinde-Badanlagen darf man gespannt sein.

Dem Referat des Präsidenten folgten aus dem Plenum originelle Erinnerungen aus früheren Zeiten. Der Anlass fand mit Speis und Trank aus der «Moni-Küche» seinen gemütlichen Ausklang.

Das nächste Treffen findet am 1. August in der Badi Freienbach statt.